Hochschulen bauen mit KI. Wer gibt es frei?
An Hochschulen entsteht Software heute überall: Lehrende bauen Übungswerkzeuge, Verwaltungen digitalisieren Formulare, Forschende erfassen Daten mit eigenen Apps, Studierende liefern Projekte, die bleiben sollen. Mit KI-Assistenten geht das schneller als je zuvor — und an der Rechenzentrums-Tür stellt sich jedes Mal dieselbe Frage: Können wir das betreiben?
Was typischerweise zur Begutachtung kommt
| Art der Anwendung | Beispiele | Worauf es besonders ankommt | Typisches Paket |
|---|---|---|---|
| Lehr- und Lernwerkzeuge | Übungs- und Quiz-Apps, Feedback-Tools, Simulationen, Anbindung an das Lernmanagementsystem | Studierendendaten, Prüfungsrelevanz, Barrierefreiheit, Anbindung an LMS und SSO | S → M |
| KI-Assistenten und Chatbots | Bibliotheks- und Studienassistenten auf RAG-Basis (oft mit Streamlit gebaut), FAQ-Bots, MCP-Server für Datenbanken und Kataloge, Agenten mit Zugriff auf interne Systeme | Prompt Injection, Datenabfluss, Zugriffsrechte der Wissensquellen, Werkzeugrechte, Einordnung nach EU-KI-Verordnung | M → L |
| Service-Werkzeuge der Verwaltung | Termin- und Raumbuchung, Technik- und Geräteverleih mit Leihscheinen und Mailversand, Anträge, Reisekosten | Rollenmodell, Admin-Bereich, Personendaten und Löschfristen, Mailversand, Schnittstellen zu Campus- und ERP-Systemen | M |
| Forschungssoftware | Datenerfassung, Auswertungs-Dashboards, Studienportale, Labor-Werkzeuge | Forschungsdaten, Reproduzierbarkeit, Weitergabe und Lizenzen, Betrieb nach Projektende | S → M |
| Weiterentwickelte Bestandssysteme | Bestehende Eigenentwicklungen, die mit KI erweitert oder modernisiert wurden | Was hat sich verändert? Brüche zwischen altem und neuem Code, Regressionen, Doku | M → L |
| Studentische Projekte | Abschluss- und Praxisprojekte, die in den Betrieb übernommen werden sollen | Übergabefähigkeit, Wartbarkeit ohne die ursprünglichen Autoren | S |
Zentral beauftragt, dezentral abgerufen
Ein Verbund beauftragt einmal, jede Mitgliedshochschule ruft für ihre eigenen Projekte ab. Damit das trotz unterschiedlicher Paketgrössen fair und flexibel bleibt, wird das Kontingent in Arbeitseinheiten (AE) geführt — nicht in Paketen.
Der Abruf in fünf Schritten
- Steckbrief (eine Seite): Zweck, Nutzerkreis, Datenarten, Technik, Schnittstellen, gewünschtes Paket. Vorlage stellen wir.
- AE-Festlegung: Wir schätzen den Aufwand innerhalb von drei Arbeitstagen verbindlich. Die Hochschule gibt frei, die Geschäftsstelle bucht aus dem Kontingent.
- Übergabe: Lesezugriff aufs Repository, Testsystem mit Testkonten, vorhandene Unterlagen. Ansprechpersonen aus Projekt, Informationssicherheit und Datenschutz werden benannt. Betreibt der Verbund schon zentrale Dienste wie einen Schwachstellenscan, übernehmen wir deren Ergebnisse als Eingang, statt dieselbe Messung doppelt abzurechnen.
- Begutachtung: nach Methodik. Kritische Funde melden wir sofort an die benannten Personen.
- Gutachten und Abschluss: Bericht, Abschlussgespräch, optional Nachprüfung aus dem Kontingent.
Einmal prüfen, mehrfach nutzen
In einem Verbund entsteht ein Werkzeug oft an einer Hochschule und soll dann an anderen laufen. Das Gutachten kann das gleich mit beantworten: Neben dem Urteil für die eigene Hochschule bewerten wir auf Wunsch die Nachnutzungsfähigkeit — ist das System konfigurierbar statt hartkodiert, erlaubt die Lizenz die Weitergabe, reicht die Doku für eine fremde IT? Die nachnutzende Hochschule braucht dann oft nur noch einen Kurzcheck (S) ihrer eigenen Installation statt eines neuen Basisgutachtens.
| Ohne Nachnutzungsprüfung | Mit Nachnutzungsprüfung | |
|---|---|---|
| Entstehende Hochschule | Paket M | Paket M + Prüfpunkte NN-01 bis NN-03 (etwa +0,5 AE) |
| Jede weitere Hochschule | erneut Paket M | Paket S für Konfiguration, Betrieb und eigene Daten |
| Bei drei Hochschulen (Grösse mittel) | 3 × 6 = 18 AE | 6,5 + 2 × 1,5 = 9,5 AE |
Rechenbeispiel mit unseren Richtwerten. Voraussetzung: Die nachnutzenden Hochschulen setzen denselben Stand ein; wesentliche Änderungen brauchen eine eigene Prüfung.
Kontingent-Planer
Wie viele AE braucht ein Verbund im Jahr? Tragen Sie die erwarteten Projekte ein — der Planer rechnet mit unseren Richtwerten und zeigt die Verteilung auf die Hochschulen. Alles bleibt in Ihrem Browser.
| Hochschule | Paket | Grösse | Anzahl | Nachprüfung | AE |
|---|
0 AE
0 AE
0
Richtwerte je Projekt — S: 1 / 1,5 / 2 AE · M: 4 / 6 / 8 AE · L: 10 / 15 / 20 AE (klein / mittel / gross). Nachprüfung: 30 % der Projekt-AE. Grösse: klein = ein Dienst, keine externen Schnittstellen; mittel = 2–4 Dienste oder 1–3 Schnittstellen; gross = darüber oder sensible Daten in grossem Umfang.
Was Hochschulen zusätzlich brauchen
Ein Format für alle
Gleiche Gliederung, gleiche Schweregrade, gleiche Urteilsregeln — damit Gutachten verschiedener Hochschulen vergleichbar sind und das Rechenzentrum nicht jedes Mal neu lesen lernen muss.
Datenschutz beim Prüfen
Prüfung mit Testsystem und Testdaten; Produktivdaten brauchen wir nicht. Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO, wo nötig. Unterlagen werden nach Abschluss gelöscht; unsere Infrastruktur steht in Deutschland, die Schweiz hat einen Angemessenheitsbeschluss der EU.
Barrierefreiheit inklusive
Hochschulen sind öffentliche Stellen; ihre Anwendungen fallen unter die Barrierefreiheitsanforderungen des jeweiligen Landes (z. B. BbgBITV in Brandenburg, sonst BITV 2.0 bzw. die Landesverordnung, jeweils auf Basis der EN 301 549). Ab Paket M prüfen wir die automatisch prüfbaren Kriterien, in L auch die Kernabläufe manuell.
Lehrbares Ergebnis
Jedes Gutachten erklärt, warum etwas ein Befund ist. Auf Wunsch machen wir aus wiederkehrenden Mustern eine Schulung für Lehrende und Entwickler — als Trainer mit didaktischer Ausbildung (Microsoft Certified Trainer).
Freigabeprozess statt Einzelfall
Aus den ersten Gutachten lässt sich ein schlanker Freigabeprozess ableiten: Welche Anwendung braucht welches Paket? Unsere Vorlage dazu steht offen zur Verfügung.
Berichte für die Geschäftsstelle
Quartalsweise Übersicht: abgerufene AE je Hochschule, Urteile, wiederkehrende Befundmuster — ohne vertrauliche Details der einzelnen Gutachten.
Wir senden Ihnen gern eine Interessensbekundung mit Leistungsbeschreibung, Prüfkatalog, Beispielgutachten und Ansprechpartner — oder sprechen vorab über den Zuschnitt der Pakete.
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